angedacht

Geh aus mein Herz und suche Freud,

 in dieser lieben Sommerszeit ….             

Die Lücke

Es war einmal eine Lücke. Du musst gefüllt werden, rief man ihr zu, aber die Lücke schüttelte den Kopf. Zuerst kam die Angst. Sie mahnte, dass man hindurchfallen und sich für immer verlieren könne. Diese Lücke, sagte sie, müssen wir schnellstens schließen, und schlug Ersatz vor. Aber die Lücke schüttelte den Kopf. Als Nächstes kam der Pragmatismus. Er fand, dass man jede freie Stelle nutzen solle. Zum Beispiel, um ein Hobby zu beginnen. Bienen züchten läge gerade im Trend. Aber die Lücke schüttelte den Kopf. Zuletzt kam die Vollkommenheit. Ihr Antlitz war einschüchternd schön. Sie mochte es gar nicht, wenn irgendwo was fehlte. Aber die Lücke stellte sich ihr in den Weg und sagte: Ich bleibe. Ich bin da, damit das Glück hindurchschlüpfen kann. Und so hielt die Lücke allen Versuchungen tapfer stand, und das Glück fand seinen Weg.

Susanne Niemeyer in „Neue Geschichten für andere Zeiten“

Eine gesegnete „Sommerlücke“, in der das Glück immer mal wieder eine Chance zum Hindurchschlüpfen hat, wünsche ich Ihnen und Euch.

Ihre/Eure Friederike Jaeger