Kirche Lüdershagen

Lüdershagen liegt südlich der Waldgebiete der Heidberge und in Nähe des Naturschutzgebietes der Nebel in hügeliger Landschaft. Um 1288 wurde ein Detlev zu Lüdershagen genannt, der sich um das Dobbertiner Kloster verdient gemacht hat. Vom 15. bis 17. Jahrhundert gehörte Lüdershagen der Adelsfamilie von Köllen. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort als „Schäferei“ bezeichnet. Die Feldsteinkirche in der Ortsmitte fällt durch ihre Länge auf. Errichtet war sie Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts. Ein spitzbogiger Triumphbogen befindet sich zwischen Schiff und Chor. Der Chor und auch die Nordsakristei haben Domikalgewölbe, eine kuppelartige erhöhte Gewölbeform mit Diagonal- und Scheitelrippen. Etwas jünger ist der Westturm, der nach dem Einsturz von 1776 mit in das Schiff integriert wurde. Die Fenster am Schiff sind rundbogig gestaltet. Die Fenstergruppe mit Rundbogenfries an der Ostwand ist dreigeteilt. Die Gewölbemalerei im Chor zeigt Weltenrichter, Madonna und Heilige. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, ist aber im 19. Jahrhundert verändert worden. Ein Grabstein von 1580 des Hans von Kollen zeigt die Relieffigur des Verstorbenen. Die rundbogige Gestaltung des vermauerten Portals und der schmalen Fenster weist auf die Zeit der Romanik.

Die Dorfkirche Lüdershagen

Diese liegt heute turmlos, erstaunlich lang hingelagert auf einem flachen Plateau am alten Landweg Kirch-Rosin – Lüdershagen – Groß-Grabow. Oder anders: Am Schnittpunkt, den dieser Weg mit der südlich von der Köllner Mühle beginnenden, gerade auf Lüdershagen zuführenden, schmalen Allee bildet. Die erste Datierung 1288 resultiert aus Berichten über einen “Pleban”, was soviel bedeutet wie Priester einer Dorfkirche.Die ablesbaren Stilelemente lassen eine Entstehung in der ersten Hälfte des 13.Jh. als sicher gelten.      Der scheunenartige wirkende teilweise recht genaubehauenen Feldsteinen ist wenig gegliedert. Das ist u.a. die Folge eines Einsturzes des Westturmes 1776. Seine Lage und wie er nach dem Einsturz unter das nun verlängerte Dach des Schiffes einbezogen wurde, läßt sich klar ablesen, u.a. an den nun verwendeten Backsteinen, die jene Abbruchstellen zum Schiff hin schließen.Das Turmportal ist vermauert, wie auch je eines in der Nord – und Südwand des Schiffes. Auffallend sind die hoch ansetzenden, tiefangeschnittenen, noch rundbogigen Fenster: je vier auf der nördlichen und südlichen Seite. Der gerade abgeschlossene Chor hat im Osten drei eng beieinanderliegende Fensterschlitze; das mittlere höher als die seitlichen.Interessant ist die um drei Stufen gegenüber dem Langhaus erhöhte Lage des Chores,der geschlossen ist mit gratlosen, sich allmählich aus dem Viereck in der Backofenform entwickelnden Backsteingewölbe.Ein spitzbogiger Triumphbogen vermittelt zwischen Chor und flachgedecktem Langhaus. Die mittelalterlichen Gewölbemalereien im Chor aus dem 13.Jh.sind leider im 19.Jh. in üblicher, für uns heute bedauerndswerterweise überarbeitet. Schlie beschreibt um 1900 das Programm: Auf der Ostseite der Weltenrichter, thronend in der Mandorla, diese umgeben von den vier Symbolen der Evangelisten:Engel, Löwe, Stier und Adler. Alle in gotischen Majuskeln bezeichnet. Dazu Sonnen, Monde, Sterne. Nach den Ecken zu Apostel. Nordwärts der heilige Petrus, südwärts der heilige Paulus, dem Weltenrichter zu Füßen kleinere Figuren: die heilige Maria mit dem Kind und zwei Heilige.Gegenüber dem Weltenrichter, auf der Westseite, steht ein großer Cherup als Wächter des Himmels und wiederum, etwas kleiner, die Apostel Petrus und Paulus. Auch auf der Nordseite Figuren, u.a. ein Bischof, Heilige, eine weibliche Figur. An der Südwand setzt sich das Bildprogramm fort mit einer Märtyrerin mit einer Krone und Palme sowie einer männlichen Gestalt.Sehenswert auch ein Grabstein von 1580,der den Verstorbenen Ritter „Hans von Köllen“ im Relief darstellt.Im kaum noch zu erkennenden Turmrest, sozusagen im Hochparterre, hängt eine mächtige Glocke in ihrem Stuhl.Die Orgel wurde 1889 von Friedrich Friese, Schwerin, auf einer neu entrichteten Empore als “Brüstungsinstrument” gebaut. Es erhielt sechs klingende Register auf einem Manual. Die Spieleinrichtung wurde auf der Südseite plaziert. Die Prospektpfeifen aus Zinn wurden 1917 für Rüstungszwecke beschlagnahmt und etwa zehn Jahre später durch Zinkpfeifen ersetzt.1979 erfolgte eine Reinigung und Holzschutzbehandlung und es konnte ein elektrischer Winderzeuger installiert werden.                                                Im März 2015 wurde der Glockenantrieb umgerüstet. Dieser läuft zukünftig über Strom und ist mit einer modernen Zeit – Schaltuhr gekoppelt.