Angedacht / Thema

Angedacht

„Leben ohne Schatten ist Leben ohne Sonne“  (Jürgen Werth)
Sommer und Winter. Tag und Nacht. Wachen und Schlafen. Arbeit und
Ruhe. Lachen und Weinen. Streit und Versöhnung. Das Leben besteht aus
solchen Gegensatzpaaren. Ich gebe zu: Manchmal würde ich gern auf das eine
zugunsten des anderen verzichten. Aber hätte das andere dann noch
denselben Glanz? Es wäre ja nicht mehr das andere. Es wäre das einzige. Was
wäre ein strahlender Sommertag ohne den trüben Schatten aus dem
Winter! Was das Morgengrauen ohne das Dunkel der Nacht! Niemand
wohnt ununterbrochen auf der Sonnenseite. Nicht auf der Sonnenseite des
Lebens und nicht auf der Sonnenseite des Glaubens. Es wäre auch gar nicht
gesund. In einem Lied von Jürgen Werth (bekannt durch „Vergiss es nie“) heißt es:

Leben ohne Schatten ist Leben ohne Sonne.
Wer nie im Dunkeln saß, beachtet kaum das Licht.
Leben ohne Tränen ist Leben ohne Lachen.
Wer nie verzweifelt war, bemerkt das Glück oft nicht.
Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge.
Wer nie ganz unten war, schaut gleichgültig ins Tal.
Leben ohne Zweifel ist Leben ohne Glauben.
Wer niemals sucht und fragt, dessen Antworten sind schal.
Leben ohne Mangel ist Leben ohne Fülle.
Wer immer alles hat, für den hat nichts mehr Wert.
Leben ohne Bangen ist Leben ohne Feiern.
Wer nicht mehr warten kann, hat nichts mehr, was er ehrt.

Ganz sicher hilft es, wenn ich aufhöre, mit den dunklen und kühlen
Wintertagen meines Lebens zu hadern. Denn sie erst lassen mich die hellen
und warmen Sommertage in vollen Zügen genießen. Und Gott ist uns in
beidem nahe.
Ihnen und Euch einen sonnigen Sommer mit gelegentlichem Regen, der uns
einen Regenbogen schenkt. Ihre/ Eure Friederike Jaeger

Thema:

Und nächstes Jahr wieder nach Taizé….!

In der Woche nach Ostern waren wir, 3 Erwachsene und 9 Jugendliche aus
unserer Gemeinde in dem kleinen Dorf auf einem Hügel in Burgund.

Taize ist ein spiritueller Ort, der dazu einlädt, sich mit Fragen der eigenen
Spiritualität auseinanderzusetzen: Wer bin ich, was trägt mich, wovon lasse
ich mich leiten? Wie kann ich mein Leben so gestalten, dass es gut ist für
mich und die anderen, neben mir, nach mir?

Taizé ist zugleich ein Ort mitten in der Welt, der dazu einlädt und aufruft, als
Mensch und erst recht als Christ Verantwortung zu übernehmen für
Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.
Communauté de Taizé“, deren Gäste wir in der Osterwoche waren, wurde
nach dem 2. Weltkrieg gegründet mit dem Ziel, diesen Ort zu einer Stätte
des Gebets, des Friedens und der Aussöhnung zwischen Menschen der
verschiedenen (eben noch verfeindeten) Völker und Konfessionen zu
machen. Vor allem Jugendliche aus aller Welt fühlen sich bis heute von
diesem Ort angezogen, reisen Jahr für Jahr zu tausenden hierher.
So ist Taizé ein Ort der Begegnung für Jugendliche aller Kontinente, des
interkulturellen und interreligiösen Austausches. Gemeinsam geht es darum,
sich auf die Suche nach der eigenen Spiritualität zu machen, sich aber ebenso
ihrer gesellschaftlichen Dimension bewusst zu werden und Verantwortung
für die Welt zu übernehmen.

Im nächsten Jahr werden wir am Ostersonntagabend wieder mit einer
Gruppe dorthin aufbrechen. Wer interessiert ist, mit zu reisen und noch
mehr über diesen besonderen Ort erfahren möchte, findet noch so manches
Interessantes unter www.taize.fr/de .

Den Zauber dieses Ortes, das einfache Leben mit so vielen unterschiedlichen
Menschen, die Gesänge, Gebete, die Stille, die Gespräche, die vielen
gemeinsamen Spiele und und und, all das kann man aber nur dort erleben.

Lust bekommen? Dann haltet Euch/ halten Sie sich die Woche vom
21.-28. April 2019 unbedingt schon mal im Kalender frei!
Friederike Jaeger