Angedacht / Thema

Angedacht

„Suche den Frieden und jage ihm nach“ Psalm 35, 14

In meiner Schulzeit waren die Aufnäher mit dem Bild zum alttestamentlichen Vers,
auf dem ein Schmied ein Schwert zu einer Pflugschare umschmiedet, ein Anstoß für
zahlreiche Diskussionen mit Lehrern und Mitschülern über die Frage, wie Frieden
und Abrüstung im „Kalten Krieg“ erhalten werden können. Wer so einen Aufnäher
auf seiner Jacke trug, lief Gefahr, zum Direktor gerufen zu werden und ihn
abtrennen zu müssen. Das Schießen im Sportunterricht zu verweigern, hieß oftmals,
auf dem Zeugnis eine schlechtere Note im Fach Sport in Kauf nehmen zu müssen.
Uns wurde gesagt: „Der Friede muß bewaffnet sein“ und wir widersprachen.
Im Hebräischen heißt das Wort für Frieden Schalom und bedeutet ursprünglich
„Vervollständigung“. Es beschreibt ein umfassendes Wohlergehen in allen
Lebensbereichen – körperlich, psychisch, sozial und auch geistlich. Es ist ein
optimaler Zustand des Friedens mit mir selbst und anderen. Im Hebräischen fragt
man, wenn man wissen will, wie es jemandem geht: Ma shlomcha – wie ist dein
Schalom, wie ist dein Wohlbefinden? In diesem Wort schwingen Gesundheit,
Sicherheit, Frieden, Unversehrtheit und Ruhe mit. Allerdings betrifft der Schalom
nicht nur den Einzelnen, sondern fragt auch nach dem kollektiven, sozialen und
gesellschaftlichen Wohlergehen – wohl wissend, dass es in der Regel nicht eines
ohne das andere gibt.
Schalom in diesem Sinne hängt immer auch mit Vertrauen auf Gott, den Schöpfer
allen Lebens zusammen, durch den ich versöhnt mit mir selbst und mit anderen sein
kann. Vertrauen auf Gott kann helfen dankbar in die Vergangenheit zu blicken,
versöhnt in der Gegenwart zu leben und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen.
Mit diesem Schalom im Herzen bin ich frei, mehr im Blick zu haben als nur mich
selbst. Der Frieden für diese Welt fängt im Kleinen und bei mir selbst an und er
braucht Menschen, die ihn suchen, pflegen und wachsen lassen für und hinein in
unsere Welt.
Und wie jagt man dem Schalom, dem Frieden nach? Wieder hilft ein Blick ins
Hebräische. Dort steht das Wort „radaph“ und es beschreibt eine „intensive,
leidenschaftliche Bewegung mit dem Ziel, unbedingt etwas erreichen zu wollen“.
Ja, auf dem Weg zum Frieden hilft auch solche Leidenschaft. Leidenschaftlich bewegt
denen zu widersprechen, die mit Säbeln rasseln, indem sie Unwahrheiten und Ängste
verbreiten.
In diese Sinne: „Suche den Frieden und jage ihm nach“
Ihre/ Eure Friederike Jaeger

Thema:

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Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen
Liebe Mitfastende,
fast zwei Drittel der Deutschen glauben, auf Fragen wie „Hat es geschmeckt?“             oder „Wie sehe ich aus?“ dürfe man mit einer Lüge antworten. Das ergab eine     Umfrage. Gefälligkeitslügen nennt man das, und meist geht es darum, die gute   Stimmung zu halten und eine Konfrontation zu vermeiden. Was denken Sie darüber?    Gilt das achte Gebot unbedingt? Auch dann, wenn ich anderen mit der Wahrheit
vielleicht wehtue oder gar schade? Mit der Fastenaktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ widmen wir uns dem Umgang mit der Wahrheit. Nicht unbedingt
so wie der Journalist, der einmal – als Experiment – 40 Tage lang schonungslos ehrlich war und dabei seine Kollegen beleidigte, seine Frau verprellte und seinen besten Freund verriet. Aber auch wir werden öfter mal die Komfortzone verlassen. Wir wollen gemeinsam danach suchen, was die Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen.  Wir werden versuchen, uns selbst nicht zu belügen und mit anderen ehrlich zu sein.    Wir sollten auch über Wahrhaftigkeit nachdenken. Und darüber, wann man für die Wahrheit streiten muss. In den sieben Wochen bis Ostern können wir vielleicht auch Gottes Wahrheit näherkommen – und dabei auch uns selbst. Machen Sie sich mit uns  auf den Weg!
Arnd Brummer,
Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen Ohne“
Mehr dazu unter: 7 Wochen Ohne – Evangelisch.de