Angedacht / Thema

Angedacht

„Der Friedensseufzer“…
Den komponierte Erasmus Kindermann im Jahr 1642. Da ging der Krieg, den wir
als den 30-jährigen kennen, ins 24. Jahr und sollte noch einmal 6 Jahre dauern. Das
Land war verwüstet, die todbringenden Heere der verschiedenen Herren durchzogen
die Himmelsrichtungen, und wenn nicht sie Schrecken verbreiteten, dann waren es
ihre Begleiter: der Hunger und die Pest. Die Menschen waren erschöpft und leer. Was
sie allein noch belebte, war die Sehnsucht nach dem Frieden.

„Ach Gott, wie oft hab ich gehofft, der Fried sollt wiederkommen,
weil vor eim Jahr, wie offenbar, zweimal geblüht die Blumen;
aber mein Hoffnung hat gefehlt, voll Krieg ist jetzt die ganze Welt,
vom Fried reden die Stummen.“

Die Blumen haben geblüht, zwei Mal sogar, in ihren Blüten kehrt die Hoffnung auf
Leben zurück, in ihren Farben das Lebendige des Friedens. Aber – „mein Hoffnung hat
gefehlt“, vom Frieden reden jetzt nur noch die Stummen. Es braucht noch viel mehr
Geduld und Hoffnung bis endlich wieder Frieden sein wird…

Der Krieg beginnt schleichend: erst mehren sich die Nachrichten über die Bösen. Das
sind die anderen; gegen die muss man sich verteidigen. Dazu braucht man als zweites
natürlich Waffen. Und als drittes fangen wir an, uns ganz allmählich an den Gedanken
des Krieges zu gewöhnen. Die Sehnsucht nach Frieden wird schwächer. Die Angst
verdrängt sie. Die Nachrichten, die die Angst bringen, drängen sich vor, die Sehnsucht
verblasst. Der Krieg wird möglich. – Und wenn die Sehnsucht nach Frieden stirbt,
gerät das Leben in Gefahr.

Im Herbst gehen wir Christen in unseren Festen den Weg vom Tod zur Hoffnung auf
Frieden, vom Volkstrauertag und dem Ewigkeitssonntag durch das Adventstor zur
Krippe im Stall, zu dem, der Frieden für diese Welt will, bedingungslos, für alle.
So erlaufen wir uns sozusagen Jahr für Jahr diese Hoffnung auf Frieden. Unser Jahrkreis
ist klug darin, uns mit seinen Festen und Gedenktagen darin zu üben und sie lebendig
zu halten, diese Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit und uns so immer wieder zu
stärken, für sie einzutreten.

Ja, es braucht in dieser Zeit Menschen, die denen widersprechen, die Angst und Hass
schüren… Lasst uns einander gegenseitig dazu ermutigen.

Ihnen und Euch einen sonnigen Herbst und einen guten Weg hinein ins neue Jahr.
Ihre/ Eure Friederike Jaeger

Thema:

Perikopenrevision
Eine moderate Überarbeitung der sonntäglichen Bibeltexte nach gut 40 Jahren

Am 1. Advent 2018 wird EKD-weit die neue „Ordnung gottesdienstlicher Texte
und Lieder“ in Kraft treten. In ihr ist geregelt, welche Texte aus der Bibel an
einem bestimmten Sonn- oder Festtag im Gottesdienst gelesen werden und
welche Texte Grundlage der Predigt sind. Außerdem sind jedem Sonn- und
Festtag zwei Lieder zugeordnet, die in einem besonderen Zusammenhang mit
den jeweiligen biblischen Texten stehen, sowie ein Gebetspsalm, ein Bibelvers
als geistliches Leitmotiv für die Woche oder den Tag („Spruch der Woche bzw.
des Tages“) und ein Bibelvers als Zwischengesang zum Halleluja-Ruf.

Die neue Ordnung löst die „Ordnung der Lesungen und Predigttexte“ ab, die
seit dem 1. Sonntag im Advent 1978 in Geltung war und anlässlich der
Einführung der „Evangelischen Gottesdienstbuches“ 1999 wenige geringfügige
Veränderungen erfahren hatte.

Sie umfasst mehr alttestamentliche Texte als ihre Vorgängerin und bietet eine
größere Vielfalt von biblischen Büchern und Themen. Künftig stehen für jede
Woche und jeden Festtag zwei Lieder der Woche bzw. des Tages zur Auswahl,
darunter auch Liedgut aus neueren Gesangbüchern.

Gewachsen ist auch der Anteil an thematischen Textvorschlägen zu
lebensweltlichen Anlässen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer
Kirche in der EKD (UEK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche
Deutschlands (VELKD) haben die bisherige Auswahl der Bibeltexte im
gottesdienstlichen Gebrauch einige Jahre lang überarbeitet und den
Entwurf nach einer einjährigen Erprobungszeit im Herbst 2017 verabschiedet