Angedacht / Thema

Angedacht

Angedachtes zur Jahreslosung 2018
Losung kommt von „Auslosen“. Der Satz, der zur Losung werden soll für
das Jahr, wird ausgelost. Das kann man nur machen, wenn es kein Spiel
ist, wenn man darauf vertraut, dass der Bibel-Vers, der ausgelost wird,
uns etwas sagen wird.

Er will zu uns sprechen, der Vers, und der, der in ihm spricht. Gott.

Der ausgeloste Vers, die Losung für dieses Jahr lautet:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des
lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6

Spricht er zu dir?
Wann warst du zum letzten Mal an einer Quelle?
Hast du die Klarheit, die Frische gespürt?
Wann bist du durstig und wonach?
In der Hitze nach der Kühle, in der Bitterkeit nach der Süße, im Staub
nach dem sprießenden Grün, in der Einsamkeit nach der Fülle.

Was spendet dir neue Lebenskraft? So wie die Quelle sie spendet, die in
ihren Bewegungen lebt und lebendig macht.

Ich will dem Durstigen geben.

Und das alles umsonst?
Wann haben wir zum letzten Mal etwas umsonst erhalten? Und wann
etwas umsonst gegeben?
Wenn wir ihn hören, ganz in Ruhe hören, wird der Vers zu uns sprechen
und Gott, der sagt;

Ich will    Euch geben,    was ihr braucht,    umsonst.

Ihnen und Euch ein Jahr, in dem lebendige Quellen fließen für jede und
jeden von uns, soviel wir brauchen, umsonst!

Ihre und Eure Friederike Jaeger

Thema:
Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen
– so heißt die Fastenaktion der evangelischen Kirche in diesem Jahr. Klingt einfach.
Kostet aber Überwindung und Mut. Wenn‘s kritisch wird, zeige ich mich dann
wirklich gerne? Oder kneife ich lieber, gehe in Deckung, sage besser nichts? Warum
soll ich mich zeigen? Die Fastenzeit ist für Christen eine Zeit des Nachdenkens über
die eigene Existenz. In Zeiten populistischer Schmäh-Kampagnen, der Ausgrenzung
von Minderheiten und der hämischen Herabsetzung der „Gutmenschen“ sollten wir
uns nicht verstecken, nicht untertauchen oder wegducken. Zeig, wofür du stehst!

Arndt Brummer schreibt:

Liebe Mitfastende, ich bin in einem Verein, in dem meiner Meinung nach einiges schiefläuft.
Ob ich das in der nächsten Versammlung ansprechen soll? Mein Freund Jan meint: „Lass
es!“ Der Vorstand könne es auf den Tod nicht leiden, wenn jemand Diskussionen anzettle:
„Die wollen das durchziehen und nach spätestens anderthalb Stunden fertig sein. Und die
meisten Mitglieder sehen das genauso. Wenn du aufstehst und ans Mikro gehst, bist du der Buhmann.“ Natürlich hat er recht, aber soll ich deshalb dazu schweigen? Unser
Fastenmotto 2018 ist eindeutig. „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Denn:
Debatten sind lästig, aber ohne Rede und Gegenrede kommt eine Gemeinschaft nicht
weiter. Zeig dich! Das fiel einem Mönch namens Martin Luther vor 500 Jahren nicht
unbedingt leicht. Er rang sich durch. Und vor ihm viele andere, wie die Bibelstellen zeigen,
die wir für die Fastenzeit ausgewählt haben: Gott zeigt sich jenen, die mit ihm, also mit der
Wahrheit ringen wie Jakob (Woche 1). Und er zeigt sich in den Menschen, die Mitgefühl
zeigen, anderen helfen wie der barmherzige Samariter (Woche 2). Zu zeigen, dass man
liebt, das kann man von der Frau lernen, die Jesus mit kostbarstem Nardenöl salbt (Woche 3). Dass wir nicht kneifen sollen, wenn wir einen Fehler gemacht haben, zeigt wiederum der Schöpfergott dem nackten Adam, der sich mit schlechtem Gewissen vor ihm versteckt (Woche 4). Widerstände von außen überwindet der blinde Bettler, der voller Hoffnung nach Jesus ruft. Seine Freunde zischen ihm zu, er solle doch die Klappe halten. Zum Glück tut er das nicht (Woche 5). Zu zeigen, wofür man steht, kann schwer sein. „Ich kenne den Menschen nicht“, sagt ein gewisser Simon Petrus drei Mal, als er auf den verhafteten Jesus angesprochen wird. Ja, er kneift (Woche 6). Wie Jona, der erst im Bauch des Walfisches nicht mehr vor Gott und vor sich wegrennen kann. Da endlich sieht er klar: Ich muss raus, mich zeigen, mit den Leuten reden, auch wenn ich mich davor fürchte, auch wenn es unangenehm werden kann (Woche 7).
Und ich? Ich werde mich in der Jahreshauptversammlung zu Wort melden. Und wünsche
Ihnen eine Fastenzeit mit offenen Augen und offenem Visier!

Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen Ohne“

Weitere Informationen auf www.7-wochen-ohne.de